Was ist Mediation?
Warum fördert die Deutsche Stiftung Mediation die Bekanntmachung der Mediation?
Für unsere Gesellschaft wird die eigenverantwortliche und selbstbestimmte Klärung von Konflikten wesentlich an Bedeutung gewinnen. Dabei wird der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Interessen von größter Wichtigkeit sein. Ziel einer sich weiterentwickelnden Bürgergesellschaft wird es sein, Streitigkeiten frühzeitig in eigener Verantwortung direkt miteinander zu klären und für alle Beteiligten eine angemessene Lösung zu finden. Diesem Zweck dient die Mediation als erprobte und bewährte Methode.
Was genau ist Mediation? (Quelle: § 1 des Entwurfs des MediationsG)
(1) Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben. Die Mediation kann durchgeführt werden
1. unabhängig von einem Gerichtsverfahren (außergerichtliche Mediation)
2. während eines Gerichtsverfahrens außerhalb des Gerichts (gerichtsnahe Mediation) oder
3. während eines Gerichtsverfahrens von einem nicht entscheidungsbefugten Richter (gerichtsinterne Mediation).
Wie ist Mediation einzuordnen?
Mediation ist Teil der sogannten ADR-Verfahren. ADR bedeutet "alternative dispute resolution" und somit frei übersetzt Alternative Streitbeilegung. Neben Mediation gehören dazu u.a. schieds(gerichtliche) Verfahren und Schlichtungsverfahren, die jedoch keinesfalls mit Mediation gleichzusetzen oder zu verwechseln sind.
Was unterscheidet Mediation von anderen ADR-Verfahren?
Mediation als Teil der "Alternativ Dispute Resolution"-Ansätze unterscheidet sich von schieds(-gerichtlichen) und Schlichtungsverfahren, dass von Seiten des Beauftragten Dritten, keine Lösungen erarbeitet (Schlichtungsverfahren) oder Entscheidungen (Schiedsverfahren) getroffen werden. Der Mediator unterscheidet sich somit von einem Schiedsrichter bzw. Schlichter darin, dass er die Parteien unterstützt selbständig eine eigene Lösung zu erarbeiten.
In welchen Bereichen kann Mediation eingesetzt werden?
Mediation kann - auch präventiv - in nahezu allen bekannten Konfliktbereichen eingesetzt werden, wie z.B. bei Konflikten innerhalb der Familie, Nachbarschaft, Freizeit (z.B. Verein), Politik, Schule, Ausbildung, Konflikte in und zwischen Unternehmen, etc.
Wie läuft eine Mediation ab?
Die Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, welches idealtypisch nach folgenden Phasen abläuft:
- Auftragsklärung (Teilnehmerkreis, Gesprächsregeln, Konfliktbenennung, etc)
- Themensammlung (die Parteien benennen ihre Konfliktthemen)
- Beleuchtung (der Sichtweisen und Hintergründe)
- Lösungsfindung (die Parteien erarbeiten gemeinschaftlich Lösungsansätze)
- Abschlussvereinbarung
In der klassischen Mediation finden mehrere Termine zwischen den Streitenden (Medianten) und dem Mediator statt. Die Dauer einer Mediation hängt von der Komplexität des Konfliktfalls ab. Die Erscheinungsform von Mediation kann varieren, je nach Umfang der Teilnehmer von der Einzelgesprächsmediation bis hin zur Gruppenmediation.
Wie findet man einen guten Mediator?
Vorab bleibt erneut aufzuzeigen, dass die Deutsche Stiftung Mediation sich ausschließlich für die Bekanntmachung der Mediation einsetzt und keine Vermittlungsbörse für Mediatoren anbietet. Schließlich verhält es sich mit der Suche nach einem guten Mediator ähnlich wie bei der Findung des passenden Arztes, Handwerkers oder Beraters und zwar in der Form, dass eine fundierte Ausbildung grundsätzlich eine gute Basis für die erfolgreiche Tätigkeit als Mediator darstellt. Dennoch gehen die Medianten ein Vertrauensverhältnis ein, so dass auch "die Chemie stimmen muss". Orientierungshilfen geben Mediatorenlisten, wie Sie z.B. bei öffentlichen Stellen (z.B. IHKs), Mediationsverbänden, etc. geführt werden.

