Pressemitteilung Auftaktveranstaltung

21. Mai 2011: Auftaktveranstaltung für deutschlandweites Engagement für Mediation als alternative Methode der Konfliktlösung in München. Infratest Dimap Umfrage bestätigt Handlungsbedarf.
Die Deutsche Stiftung Mediation präsentierte am 21. Mai 2011 bei einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Münchener City Hilton Hotel ihr Konzept zur Stärkung einer konstruktiven und eigenverantwortlichen Streitkultur in Deutschland. Damit ist der Startschuss für die Arbeit des dreiköpfigen Vorstands, der zehn ehrenamtlichen Landesrepräsentanten und fünf Projektverantwortlichen gefallen.
Knoten lösen statt Tauziehen
„Wir haben uns formiert, um Bürgern und Verbrauchern mit der Mediation einen guten Weg zur Einigung im Streitfalle näherzubringen“, erläutert Viktor Müller, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, die gesellschaftspolitische Ausrichtung dieser jungen Stiftung. Breite Informationen rund um die Chancen und Möglichkeiten der Mediation als konstruktive Konfliktlösung mit Hilfe eines neutralen Vermittlers zu entwickeln und anzubieten sei ein zentrales Ziel der gemeinnützigen Organisation. „Wir sind eine Themenstiftung“, verdeutlicht er.
Justizministerium und Stadtrat begrüßen die Initiative
Grußworte sprachen Stadtrat Michael Mattar, der die Bedeutung und Chancen von Mediationsverfahren in politischen Prozessen herausstellte und Ministerialrat Wilfried Krames, Bayerisches Staatsministerin für Justiz und Verbraucherschutz. Die Arbeit der Stiftung sei, so Krames, zum Zwecke der Verbraucherinformation und damit als Weg zu begrüßen, außergerichtliche Konfliktlösungen zu erleichtern und attraktiver zu machen.
Studie bestätigt Handlungsbedarf
Im April gab die Deutsche Stiftung Mediation eine repräsentative Erhebung bei der Infratest dimap in Auftrag. Aus dieser Studie geht hervor, dass rund drei Viertel der Bevölkerung Mediation nicht kennen bzw. Mediation mit Schlichtung verwechseln. „Diese Gewissheit bestätigt, dass Aufklärungsarbeit not tut“, unterstreicht Viktor Müller. Die kompletten Ergebnisse der Studie können bei der Stiftung angefordert werden.
Die Arbeit der Stiftung
„Unser Ziel ist es, einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung einzuleiten“, führt Müller aus. Deshalb bilden Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Bildungsangebote, Vorträge und Informationsservice-Stellen in öffentlichen Einrichtungen den Kern ihrer Aktivitäten. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Gesundheit, Bildung- und Ausbildung, Wissenschaft, Verbraucherberatung und einer sozialverträglichen Regelung der Kostenübernahme von Mediationsverfahren (Mildtätigkeit). Ferner stoßen Kooperationen mit Hochschulen, Forschungsprojekte an, um die Mediation als Konfliktlösungsverfahren wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten. Weitere Unterstützer und Fürsprecher in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu gewinnen, rundet das Stiftungskonzept ab.
Über die Deutsche Stiftung Mediation
Die Deutsche Stiftung Mediation wurde am 22. März 2011 mit Sitz in München gegründet. Die Gründungsstiftung geht auf das Engagement von 52 Stiftungsgründern und zahlreichen Förderern zurück. Die Idee zur Gründung wurde nach einem ersten Erfahrungsaustausch von Mediatoren in der Internetplattform Xing geboren. Im Stiftungsvorstand sind Viktor Müller (München), Vorstandsvorsitzender, Margot Ulrich (Hannover), stellvertretende Vorsitzende, und Vorstand Ernst Andreas Kolb (Berlin).
Begriffsklärungen
Mediation: Außergerichtliches Verfahren zur Konfliktlösung, an dem die Partner freiwillig teilnehmen. Die Konfliktparteien arbeiten aktiv und eigenverantwortlich daran, ihren Konflikt so zu lösen, dass er allen Interessen gerecht wird. Der Mediator ist nur Mittler zwischen den Streitenden. Er unterbreitet keine Kompromissvorschläge, sondern überlässt die Einigung den Parteien. Insofern vermittelt der Mediator zwischen den Streitpartnern, gewährleistet die vertrauensvolle und offene Kommunikation und verantwortet den Ausgleich zwischen den Gesprächspartnern, jedoch nicht das inhaltliche Ergebnis.
Schlichtung: Ein prominentes Beispiel einer Schlichtung ist der Großkonflikt um das Bahnprojekt „Stuttgart 21“. Im Gegensatz zur Mediation unterbreitet der Schlichter einen Lösungsvorschlag, sofern sich die Konfliktparteien nicht einigen können. Den Beteiligten steht es frei, sich diesem Vorschlag zu unterwerfen.
Schiedsgericht: Ein Schiedsgericht ist ein privates, nicht staatliches Gericht, das über einen Konflikt abschließend und verbindlich entscheidet. Diese Entscheidung hat für die Streitenden die Wirkung eines Urteils. Anders als bei der Mediation und der Schlichtung entscheidet ein Schiedsrichter. Voraussetzung ist, dass sich die Parteien zuvor auf ein Schiedsgericht verständigen.
Weitere Informationen www.deutsche-stiftung-mediation.de
Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Viktor Müller
Chronik: Von der Idee zur Stiftungsgründung
Ansprechpartner
|
Viktor Müller Vorstandsvorsitzender Tel. 089. 60 01 39 89 Mobil: 0172. 833 80 11 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. |
Susanne Kleiner Pressesprecherin Tel. 0711. 91 24 91 32 Mobil: 0171. 400 90 71 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. |

